Spielmannszug

Die erste Erwähnung der Spielleute erfolgt in der Chronik des Bürgerschützenvereins im Jahr 1728. Dort wird uns überliefert, dass „Musikanten und Tambours welche ihre Bedienung für ihren Verdienst Lohn abwarten müssen und zu keinem Schuss wegen des Kleinods (Königskette/Königswürde) zu admittieren (zuzulassen sein), es sei denn Sache, dass sie auf ihre Bedienung renumeriert (verzichten), und die Kostgroschen und alles, was ein anderer Schütze bezahlt, entrichten würden; und weil Ludwig Israel, ein Bediener und Musikant, pro hoc anno (in diesem Jahr) das Kleinod richtig gewonnen…….so soll derselbe solches……auch keinem anderen wieder liefern, sondern selbst als Schützenmeister der Kompanie vorstehen und seine Platz allseits besitzen“. Daraus entnehmen wir, dass im Jahr unserer ersten Erwähnung ein Spielmann die Königswürde errang- wie Anno 2002 und 2014.

Für 1787 ist der Lohn für die Musik verzeichnet:….den beiden Tambours (Trommlern) von den Musikanten jährlich für die drei Tage jedem 15 Groschen in Summa 30 Groschen gezahlt und gerechnet“.

Das Gruppenfotos stammt aus dem Jahr 2017: Damals noch unter der Leitung von Dirk Weskamp.

Im Jahr 1872 wird erstmals ein Tambourmajor“…Josef Nüsse bisher Unteroffizier bei dem Schützenbataillon…“erwähnt. Nachfolger im Jahr 1877 ist Anton Sievers, als er 1880 stirbt, folgt im der „Gardist“ August Flormann. 1882 hat das Amt Josef Spiegel inne, der so die Chronik“…keine Vergütung bekommt, aber das Fest umsonst mitfeiern darf“. (In der heutigen Zeit zeigt sich der Schützenverein seinen Musikern gegenüber aber großzügiger). Für die Jahre 1896 bis 1898 fiel die Wahl auf den Anstreichermeister Hellerforth, der erklärte den Posten unentgeltlich zu übernehmen. Am 14. Mai 1899 wurde der Maurer Josef Groppe gewählt, der für sein Amt als Tambourmajor 7 Mark Schützengeld erhielt. In Protokoll der Vorstandssitzung vom 5. April 1919 steht: „…Trommler und Pfeifer sollen je 4 Mann angenommen werden. Beim Königsschießen soll ein Trommler sein, der wie früher, bei einem Nagelschuss die Trommel wirbelt“. Am 21. April 1930 wurde unter Punkt 2 in der Vorstandsitzung bekannt:“Dem Tambourmajor Johannes Lerche soll für seine 25-jährige Funktion als Tambourmajor eine Anerkennung überreicht werden. Lerche erhielt aus der Hand des Herrn Bürgermeister Jakob Müller einen silbernen Degen in dessen Knauf eine entsprechende Widmung eingraviert war“. (Am 2. Juli 1935 erhielt Lerche nach 30-jähriger Tätigkeit eine besondere Auszeichnung in Form eines Ehrenkreuzes). Lerche legte aus gesundheitlichen Gründen sein Amt 1939 nieder. Nachfolger wurde am 5. Juli 1939 der Pfeifer Josef Reineke. Johannes Lerche wurde zum Ehrentambourmajor ernannt.

Die weiteren Tambourmajore:

1950 Heinrich Wiegand

1963 Erich Lüddecke

1988 Heinz-Bernd Weskamp

1997 Dirk Lüddecke

2012 Dirk Weskamp

2017 Christoph Siebrecht

Der heutige Spielmannszug mit 36 aktiven Musikern verfügt zu Zeit über 2 Lyren-, 10 Trommel-, 20 Flöten- 2 Becken- und ein Paukenspieler sowie ein Tambourmajor. Der jüngste Spieler ist 18 Jahre alt und der älteste Musiker ist in diesem Jahr (2020)  81 Jahre alt geworden.  Seit 2017 wird der Spielmannszug durch Tambourmajor Christoph Siebrecht geleitet. Die musikalische Ausbildung liegt bei Patrick Stork, der auch musikalischer Leiter ist. Stellvertretender Tanbourmajor ist Dirk  Weskamp.

Der Spielmannszug sorgt insbesondere für die musikalische Umrahmung des alljährlichen am letzten Juniwochenende stattfindenden Brakeler Schützenfest, aber auch Besuche zu Jubiläums-,Schützenfesten, Kirchen-und Volksfesten der Nachbargemeinden gehören zum Programm. Besondere Höhepunkte  der vergangenen Jahre waren die aktive Teilnahme bei der Steubenparade in New York, bei den Musikfreunden in Belgien und den Niederlanden sowie beim Musikfestival in Elmau in Österreich.

Traditionell weckt der Spielmannszug an den Schützenfesttgen die Brakler Bürgerinnen und Bürger.